Ineffizient

Im taz-Interview sagt Wulf-Holger Arndt von der TU Berlin kurz, knapp und treffend:

Und ein eigenes Auto ist das ineffizienteste Verkehrsmittel überhaupt, und zwar egal, ob es steht oder fährt. Alle Alternativen dazu sind ökologischer.

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Bahn demontiert sich selbst

In der sonntaz wird der Direktor vom Zirkus Roncalli gefragt, was seine größte Sorge ist. Er antwortet:

Der Transport. Wir haben einen Sonderzug der Bahn gemietet, ganz umweltbewusst. Das macht sonst keiner mehr, weil es teuer ist. Seit die Bahn privatitisert worden ist, hat sie so ziemlich alle Verladerampen in Deutschland abgebaut. Deshalb müssen wir in ein, zwei Jahren auch auf die Autobahn.


Protest-Spatenstich

stoppa100geld

Das Aktionsbündnis A100 stoppen hat heute zu einem Protest-Spatenstich vor dem Roten Rathaus in Berlin eingeladen. Zu den Forderungen und Presseberichten von der Aktion siehe den Bericht auf a100stoppen.de.

Nachtrag 10.05.13: Am Mittwoch war nur der offizielle Spatenstrich. Die taz berlin berichtet:

„Das heute ist ein wichtiges Zeichen“, sagt Ramsauer, „dass auch in einer Stadt wie Berlin noch Verkehrsinfrastruktur ausgebaut werden kann.“

Das deutet darauf hin, dass dieser Weiterbau der A100 als Symbol wichtiger ist als als verkehrspolitische Maßnahme.


Externe Kosten

Externe Kosten sind die Kosten, die ein Produkt für die Gesellschaft produziert, die aber betriebswirtschaftlich nicht relevant sind und daher nicht für für die Kosten des Produkts mit berücksichtigt werden. Gesamtgesellschaftlich sind sie also von großer Bedeutung, denn die Gesellschaft muss da für die Gewinnerzielung Weniger die Kosten tragen. Zu externen Kosten gehören Umweltzerstörung, Krankheiten, etc. Beim Autoverkehr werden erhebliche externe Kosten produziert. Die taz berichtet nun über eine Studie der TU Dresden, die die externen Kosten des Autoverkehrs berücksichtigt und kommt zu dem Ergebnis:

In der EU subventioniert die Gesellschaft demnach jedes Auto jährlich mit 1.600 Euro, in Deutschland sogar mit rund 2.000 Euro.

Nun lässt sich über die konkreten Zahlen sicher streiten. Das Problem ist hier, dass externe Kosten monetarisiert werden müssen (also Umweltkosten etc. in Euro gefasst werden müssen). Das kann nur ungenau sein. Die Reaktion des ADAC ist aber bezeichnend:

Organisationen wie der Allgemeine Deutsche Auto-Club (ADAC) kritisieren die Ungenauigkeit solcher Ansätze: „Da eine Preisfestsetzung bei den meisten externen Effekten nicht nach objektiven Wertmaßstäben erfolgen kann, sollte auf eine monetäre Anlastung verzichtet werden“, heißt es in einem Positionspapier.“

Das kann es ja nun auch nicht sein. Damit bleiben die externen Kosten externalisiert und die Gesellschaft muss sie weiter tragen.


Der Hype um Elektroautos

In der taz hinterfragt Bernhard Pötter den Hype um Elektroautos und weisst daraufhin, dass die Umweltbilanz von Elektroautos nur dann positiv ist, wenn ausreichend Ökostrom für alle neuen Elektroautos zusätzlich produziert wird.

Und selbst wenn die Umweltbilanz positiv sein sollten, bleiben Elektroautos motorisierter Individualverkehr, der zu viel Fläche benutzt (sowohl fahrend wie stehend) und von dem (Unfall)Gefahr ausgeht. Autos sind nicht nur problematisch, weil sie umweltschädlich sind. Sie sind noch in vielerlei anderer Hinsicht menschenschädlich.


Externe Kosten des PKW-Verkehrs in Rechnung stellen

Das Umweltbundesamt lehnt laut taz die Autobahn-Vignette ab, da sie als Pauschalbetrag zu mehr Verkehr führen kann. Dem gegenüber zieht das Umweltbundesamt die PKW-Maut vor, da hier eine Feinsteuerung möglich sei. Allerdings seifraglich, ob die hohen Investionskosten für eine Maut-Überwachung in einem angemessenen Verhältnis zu den Einnahmen stehen. Nicht berücksichtigt wurden auch datenschutzrechtliche Probleme.

Die effektivste Form der Steuerung wird nur kurz erwähnt, wahrscheinlich weil sie sich in unserer Autogesellschaft kaum durchsetzen lässt:

Eine Erhöhung der Kraftstoffbesteuerung bietet nach Ansicht des Amtes die „einfachste Möglichkeit, Kosten des Straßenverkehrs nutzergerecht anzulasten“.


Budgetentscheidungen

Die taz berichtet über Etatberatungen im Bundestag. Dass gespart werden muss, ist klar. Interessant ist aber, wo der Sparzwang zuschlägt und wo nicht:

Auch im Umweltbereich wird gespart: Für den Bau von Radwegen, den der Bund 2010 noch mit 100 Millionen Euro unterstützte, sollen 2012 nur noch 60 Millionen zur Verfügung stehen. Deutlich mehr Geld gibt es hingegen für die Erkundung des Salzstocks in Gorleben: Nach 25,4 Millionen im Jahr 2010 sollen dort 2012 rund 73 Millionen Euro ausgegeben werden.

Nachtrag 18.09.11: Die taz berichtet: Radfahren bleibt Stiefkind bei der Verkehrsentwicklung.