Schuld verschieben

Die taz berichtet:

Wenn ein Fahrradfahrer bei einem Zusammenstoß mit einem anderen Verkehrsteilnehmer stürzt und sich am Kopf verletzt, trägt er eine Mitschuld, wenn das Tragen eines Fahrradhelms die Verletzungen ver- oder gemindert hätte. Dies gilt auch dann, wenn sich der Unfallgegner verkehrswidrig verhalten hat. Dies geht aus einer Entscheidung des 7. Zivilsenats des schleswig-holsteinischen Oberlandesgerichts hervor, die am Montag bekanntgegeben wurde.

Diese Verschiebung einer Teilschuld an die verletzte Radfahrerin geht auf die Autobesitzerin und ihre Versicherung zurück:

Die Fahrzeughalterin und ihre Versicherung argumentierten, dass die Fahrradfahrerin eine Mitschuld an den Verletzungen treffe, weil sie keinen Helm getragen habe.

Mit Dreistigkeit und Unverschämtheit die eigene Verantwortung für eine Verletzung mindern – und das mit Unterstützung des Gerichts.

Im Interview mit der taz argumentiert, der Rechtsreferent des ADFC, dass die Entscheidung juristisch nicht halten werde.

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