Tempo 30

Laut taz berlin ist der Autoverkehr der Hauptverursacher von Lärm in Berlin. Mit Tempo 30 könnte dieser Lärm verringert werden. Aber laut taz berlin will der neue Stadtentwicklungssenator Andres Geisel nicht:

„Natürlich können Sie die ganze Stadt auf Tempo 30 runterdrosseln – aber dann kommt der Verkehr zum Erliegen“, sagte er am Dienstag vor Journalisten.

Die Aussage macht keinen Sinn. Warum sollte der Verkehr zum Erliegen kommen? Der Autoverkehr würde maximal langsamer werden. Vielleicht noch nicht mal das, da die gleichmässigere Geschwindigkeit den Autoverkehr stetiger machen könnte. Der restliche Verkehr würde dadurch verbessert und möglicherweise sogar beschleunigt.

Von diesem Stadtentwicklungsenator kann mensch wohl keine vernünftige Verkehrspolitik erwarten.

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Lärm

Die taz berlin berichtet über Lärmbelästigung durch dicke Straßen in der Stadt.


Auch eine Autogesellschaft

Letzte Woche war ich zu einem Seminar zu Rassismus und Sexismus in Israel (siehe diverse Berichte auf meinem Blog andersdeutsch). Und wenig überraschend ist auch in Israel die Stadtplanung total auf Autos ausgerichtet.

parkeninjerusalem

In West-Jerusalem wohnte ich einem kleinen Hotel in der German Colony. Spazieren gehen war in der Straße nicht so einfach, alles war vollgeparkt, einen Gehweg gab es nicht wirklich und ständig kamen Autos. Auf dem Weg in die Jerusalemer Altstadt musste ich an einer dicken Straße lang laufen und meine Lunge mit Abgasen füllen. In der Alstadt sind dann die meisten Straßen so eng, dass es keinen Autoverkehr gibt. Überall wo es geht, fahre sie aber doch (wenn auch nur wenige).

Die Zugstrecke von Tel Aviv nach Jerusalem ist völlig unattraktiv. Der Bahnhof in Jerusalem liegt weit ausserhalb, die Fahrt dauert viel länger als mit dem Bus oder dem Sammeltaxi. Diese fahren hingegen ständig und sind ganz praktisch. In den Bussen muss mensch allerdings damit rechnen, dass ein_e Soldat_in mit Gewehr neben eine_r sitzt. Auch nicht ganz ohne.

radwegtelaviv

In Tel Aviv waren einige mit dem Rad unterwegs. Es gab auch Radwege. Die endete aber zum Teil im Nichts. Und es schien völlig normal, dass Radfahrende auf den Fußwegen fuhren und ein_e aus dem Weg klingelten.

Ich konnte mir so in der Woche viel zu Fuß erlaufen und längere Strecken mit öffentlichen Verkehrsmitteln zurücklegen, der Autoverkehr war dabei aber durchaus anstrengend.


A100 und (noch immer) kein Ende

Gestern wies das Leipziger Bundesverwaltungsgericht die Klagen von Anwoher_inne_n, dem Bezirk Friedrichshain-Kreuzberg und dem BUND gegen den Planfeststellungsbeschluss zur Verlängerung der A100 ab und machte damit quasi den Weg frei für den schwachsinnigen Weiterbau der Berliner Stadtautobahn. Dessen ungeachtet – oder jetzt erst recht – protestierten heute Gegner_innen der Autowahnverlängerung in Treptow.


Stopp A100

Abschlusskundgebung Stopp A100-Raddemo

Abschlusskundgebung der Raddemo gegen die A100 an der Kreuzung Elsenbrücke/ Stralauer Strasse. Hier würden die Autos von der Autobahn in die Stadt reinfahren. Zu viel Verkehr ist hier schon jetzt.


Der Hype um Elektroautos

In der taz hinterfragt Bernhard Pötter den Hype um Elektroautos und weisst daraufhin, dass die Umweltbilanz von Elektroautos nur dann positiv ist, wenn ausreichend Ökostrom für alle neuen Elektroautos zusätzlich produziert wird.

Und selbst wenn die Umweltbilanz positiv sein sollten, bleiben Elektroautos motorisierter Individualverkehr, der zu viel Fläche benutzt (sowohl fahrend wie stehend) und von dem (Unfall)Gefahr ausgeht. Autos sind nicht nur problematisch, weil sie umweltschädlich sind. Sie sind noch in vielerlei anderer Hinsicht menschenschädlich.


Wirtschaftlichkeit?

In Berlin und Frankfurt/Main wird gerade über Flughäfen gestritten. Die Flughafenbetreibenden und Fluglinien wollen ihre Anlagen und Flugzeuge möglichst gut auslasten und auch in der Nacht fliegen. Die Anwohner_innen wehren sich gegen den Lärm. Die taz hat über die Lärmbelästigung durch die neue Frankfurter Landebahn berichtet, die auch vorherige Unterstützende des Flughafens belastet.

Hier werden klar Wirtschaftsinteressen einzelner Betriebe über die Interessen der Anwohner_innen gestellt. Externe Kosten (durchaus auch volkwirtschaftliche in Form von hoheren Krankenkosten, fallenden Imobillienwerten, etc.) werden nicht (ausreichend) in die Rechnung mit aufgenommen. Durch Fahrten per LKW zum Flughafen Köln/Bonn und Nachtflüge dort, will die Lufthansa Cargo suggerieren, dass das Nachtflugverbot in Frankfurt/Main umweltschädlich sei.

Wirtschaftlich sinnvoll wäre es, wenn in der Kalkulation der Flugpreise (Personen und Fracht) die externen Kosten berücksichtigt würden, die Preise so steigen würden und damit insgesamt weniger Flüge durchgeführt würden.