falsch parken im schnee

die tage erreichte uns eine mail einer leserin von verkehr denken. leute, die ihre autos dort (falsch!) parken, wo fußgänger_innen die straße queren wollen und müssen, machen sich in berlin kreuzberg keine freund_innen.

ar*loch

ar*loch


die fotografin meint: „schnee fördert die kreativität und kommunikation“ und „ich war’s nicht, es war schon drauf“.

danke dafür.

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BVG propagiert Gefährdung von Radfahrenden

Ein „schönes“ Beispiel, wie in Berlin mit Konflikten um den begrenzten Platz auf den Fahrbahnen umgegangen wird, lieferten in diesem Jahr die Berliner Verkehrsbetriebe (BVG) in ihrem Fahrgast-Monatsheft „BVG plus“, das mir heute erneut in die Hände fiel (02/2012 – Download als 9-MB-pdf-Datei hier: http://www.bvg.de/index.php/de/binaries/asset/download/1026910/file/1-1).
Dort heiß es auf Seite 16f.  in einem Artikel über Radfahrer_innen und Busse auf Busspuren: „Solange ein Radfahrer möglichst weit rechts [auf der Busspur – motorlos]  fährt, sobald sich der Bus nähert und dabei die parkenden Autos im Blick behält, ist er auf der sicheren Seite.“ Das heißt faktisch nichts anderes, als daß sich Radfahrer_innen auf einer Busspur von Bussen ohne ausreichenden Sicherheitsabstand überholen lassen sollen – dies wird als regelkonformes Verhalten dargestellt! Radfahrer_innen, die sich nicht an den Rand drängen lassen, werden mit einem: „[S]o nicht: Wer links fährt, macht den nachfolgenden Bussen das Leben schwer und gefährdet sich selber.“ zurechtgewiesen. Daß mit solchen Handlungsanweisungen leichtfertig die Gesundheit von Radfahrer_inne_n aufs Spiel gesetzt wird, scheint dem Autor (und der BVG) egal zu sein. Daß der Mindestabstand beim Überholen eines Radfahrenden 1,50 Meter beträgt, wird zwar erwähnt, doch gleich anschließend eingeschränkt:

Wenn ein ausgewachsener Bus, mit 2,50 Meter Breite über eine 3 Meter breite Busspur rollt, ist nicht mehr viel Platz für die Radler. Es ist eng und kommt dadurch mitunter zu Konflikten.

Schuld an den Konflikten wäre gemäß der BVG-Logik natürlich der/die Radfahrend, wenn er/sie sich nicht BVG-gemäß überholen läßt, nicht der Bus, der den Mindestabstand nicht einhält.

Das wirft doch die Frage auf, was passiert, wenn ein Bus ein Taxi überholen will, das auf der Busspur fährt oder gar hält (um z.B. Fahrgäste ein- oder aussteigen zu lassen). Wird der/die Busfahrer_in auf der 3 Meter breiten Busspur überholen? Wird die BVG den/die Taxifahrer_in darauf hinweisen, möglichst am rechten Rand zu fahren, damit dieser Überholvorgang möglich ist? Wohl kaum. Entweder wird der Bus hinter dem Taxi bleiben oder – so es die Verkehrssituation erlaubt – ausscheren und auf der links angrenzenden Spur überholen. Warum also sollte dies bei Radfahrer_innen anders vonstatten gehen? Weil Taxis größere Kratzer im Buslack hinterlassen?


A100 und (noch immer) kein Ende

Gestern wies das Leipziger Bundesverwaltungsgericht die Klagen von Anwoher_inne_n, dem Bezirk Friedrichshain-Kreuzberg und dem BUND gegen den Planfeststellungsbeschluss zur Verlängerung der A100 ab und machte damit quasi den Weg frei für den schwachsinnigen Weiterbau der Berliner Stadtautobahn. Dessen ungeachtet – oder jetzt erst recht – protestierten heute Gegner_innen der Autowahnverlängerung in Treptow.


ADFC-Fahrradkreisfahrt am Samstag in Berlin

Für Sonnabend, den 22. September 2012, ruft der ADFC Berlin zur Fahrrad-Kreisfahrt unter dem Motto „Für eine lebenswerte Stadt!“ auf. Er will damit ein Zeichen für die Anerkennung des umwelt- und klimafreundlichen Fahrrades als gleichwertiges Verkehrsmittel setzen und zeigen, dass Fahrrad fahren die Lebensqualität in Berlin verbessere.

Denn jeder Radfahrer trägt aktiv zur Verminderung von Luftschadstoffen wie Stickoxiden und Feinstaub und zur Reduzierung von Straßenlärm bei. Rad fahren ist ein gesundheitsförderliches Herz- und Kreislauftraining und verhindert CO2-Emissionen, die bei anderer Verkehrsmittelwahl entstehen würden.

Zudem sorge der wachsende Radverkehrsanteil dafür, dass Flächen zurückerobert würden, die seit den 1960er Jahren dem automobilen Verkehr zugeschlagen worden seien.

Schmale Bordsteinradwege, Parkplätze und überdimensionierter Verkehrsraum können wieder dem Stadtleben zurückgegeben werden. Mehr Radverkehr bedeutet deshalb mehr Lebensqualität in der Stadt.

Die Kreisfahrt startet um 14 Uhr am Pariser Platz (Brandenburger Tor), führt auf ca. 35 Kilometern um das Berliner Stadtzentrum und endet gegen 17 Uhr wieder am Brandenburger Tor. Wer mitradeln möchte, kann auch entlang der Strecke dazustoßen.


A100 stoppen

Das Aktionsbündnis A100 stoppen! ruft zu einer Fahrrad-Skater-Demo „Vernunft statt Beton! A100 stoppen!“ am 26.8.2012 auf:

Flyer "Vernunft statt Beton"

Kommt alle zur Rad-Skater-Demo “Vernunft statt Beton! A100 stoppen!”
Sonntag, 26.8.2012
Start: 15:00 Uhr Rotes Rathaus am Alexanderplatz
Strecke: Rundkurs über Brandenburger Tor, Potsdamer Platz, Kreuzberg, Alt-Treptow, Treptower Park, Elsenbrücke, Friedrichshain zurück zum Roten Rathaus (ca. 22 km)

Kluge Mobilität für Berlin oder 500 Millionen Euro für Stau, Lärm und Dreck? Vernunft statt Beton! A100 stoppen!

Wir wollen mit dieser Demonstration ein deutliches Zeichen der Ablehnung gegen diese unsinnige und teure Autobahn-Betonpiste von Berlin-Neukölln nach Treptow und Friedrichshain setzen.
Ab 27. /28. September werden die Klagen gegen die Verlängerung der Stadtautobahn A100 von Neukölln zum Treptower Park beim Bundesverwaltungsgericht in Leipzig verhandelt. Dann sind wieder die politischen Entscheider gefragt.


Der Verkehr im Berliner Wahlkampf

Die Wahlen zum Berliner Abgeordnetenhaus am 18. September werfen ihren Schatten voraus. Zu den Themen, die Berlin bzw. die Berliner_innen bewegen, gehört auch das Thema Verkehr. Das haben inzwischen auch die (meisten) Parteien bemerkt, die sich zu Wahl stellen, und fahren entsprechende Positionen in ihren Wahlprogrammen und auf Veranstaltungen auf.

Die taz lud am vergangenen Mittwoch im Rahmen der Veranstaltungsreihe „taz-Wahllokal“ die verkehrspolitischen Sprecher von SPD, CDU und den Grünen sowie eine Vertreterin des ADFC zu einer Diskussionsrunde unter dem Thema „Wem gehört die Straße?“. Erwartungsgemäß stand dabei der Radverkehr im Mittelpunkt, aber auch Aspekte wie Tempo 30 und neue Konzepte wie Shared Space wurden angesprochen. Dass Oliver Friederici (CDU) dabei

laut über Tempo 30 auf der Friedrichstraße nach[dachte],

passt nicht nur nicht wirklich ins Bild eines CDU-Politikers, sondern entspricht zudem nicht der Position der Berliner CDU in Sachen Tempo 30, wie sie z.B. in den Antworten auf die Wahlprüfsteine des VCD Nordost zutage tritt. Dort jammert die CDU Berlin – nach ihrer Position zu Tempo 30 als Regelgeschwindigkeit innerorts gefragt – vielmehr auf hohem Niveau über die „Beeinträchtigung des Wirtschaftsverkehrs“ sowie die „kompletten Verwirrung aller Verkehrsteilnehmer“ durch die Ausweisung von Tempo-30-Zonen an Hauptverkehrsstraßen mit z.T. unterschiedlicher Geltungszeit und fordert:

Dieser verkehrsfeindlichen Politik muss ein Ende gesetzt werden.


verkehrspolitik und radfahrer_innen

unter dem Titel „Nicht alle Wege führen zum Ziel“ hat die taz heute in ihrem berlinteil über die radspuren rund um den rosenthaler platz berichtet.

offenbar führen einige dieser spuren plötzlich auf die straße und enden abrupt vor einer parkspur für autos. das einfädeln in den fließenden verkehr wird, der autorin juliane wiedermeier zufolge, obendrein erschwert, da der verkehr

…so dicht und schnell an den parkenden Wagen vorbei[braust], dass man als Radfahrer damit besser bis zur nächsten Rotphase für die Autos wartet.

sie findet, dass der rosenthaler platz deshalb besser umfahren werden kann. eine_r könne

… wesentlich entspannter über die Linienstraße und die Choriner Straße von Mitte nach Prenzlauer Berg gelangen. Dort hat man bei der Verkehrsoptimierung nicht zuerst an die Autofahrer, sondern an die vielen Radfahrer der Stadt gedacht und beide zu Fahrradstraßen erklärt.