Protest-Spatenstich

stoppa100geld

Das Aktionsbündnis A100 stoppen hat heute zu einem Protest-Spatenstich vor dem Roten Rathaus in Berlin eingeladen. Zu den Forderungen und Presseberichten von der Aktion siehe den Bericht auf a100stoppen.de.

Nachtrag 10.05.13: Am Mittwoch war nur der offizielle Spatenstrich. Die taz berlin berichtet:

„Das heute ist ein wichtiges Zeichen“, sagt Ramsauer, „dass auch in einer Stadt wie Berlin noch Verkehrsinfrastruktur ausgebaut werden kann.“

Das deutet darauf hin, dass dieser Weiterbau der A100 als Symbol wichtiger ist als als verkehrspolitische Maßnahme.


Oettinger als verlängerter Arm der Autolobby

Der jahrelange zähe Kampf um verbindliche CO2-Grenzwerte für Pkw und deren jeweilige Höhe geht in eine  neue Runde. Der ökologische Verkehrsclub VCD schlägt Alarm:

In einem [jetzt bekannt gewordenen – motorlos] Brief vom 12.7.2012 an den VW-Chef Martin Winterkorn sichert EU-Energiekommissar Günther Oettinger zu, dass man sich in Wolfsburg über die Zeit nach 2020 keine Sorgen um neue, verbindliche CO2-Grenzwerte für Pkw machen müsse. Herr Oettinger freut sich, dem VW-Chef mitteilen zu können, dass verschiedene Forderungen der Autoindustrie durchgesetzt werden konnten.

Mit einer Online-Aktion fordert der VCD daher den Rücktritt des Auto- EU-Ministers.


ADFC-Fahrradkreisfahrt am Samstag in Berlin

Für Sonnabend, den 22. September 2012, ruft der ADFC Berlin zur Fahrrad-Kreisfahrt unter dem Motto „Für eine lebenswerte Stadt!“ auf. Er will damit ein Zeichen für die Anerkennung des umwelt- und klimafreundlichen Fahrrades als gleichwertiges Verkehrsmittel setzen und zeigen, dass Fahrrad fahren die Lebensqualität in Berlin verbessere.

Denn jeder Radfahrer trägt aktiv zur Verminderung von Luftschadstoffen wie Stickoxiden und Feinstaub und zur Reduzierung von Straßenlärm bei. Rad fahren ist ein gesundheitsförderliches Herz- und Kreislauftraining und verhindert CO2-Emissionen, die bei anderer Verkehrsmittelwahl entstehen würden.

Zudem sorge der wachsende Radverkehrsanteil dafür, dass Flächen zurückerobert würden, die seit den 1960er Jahren dem automobilen Verkehr zugeschlagen worden seien.

Schmale Bordsteinradwege, Parkplätze und überdimensionierter Verkehrsraum können wieder dem Stadtleben zurückgegeben werden. Mehr Radverkehr bedeutet deshalb mehr Lebensqualität in der Stadt.

Die Kreisfahrt startet um 14 Uhr am Pariser Platz (Brandenburger Tor), führt auf ca. 35 Kilometern um das Berliner Stadtzentrum und endet gegen 17 Uhr wieder am Brandenburger Tor. Wer mitradeln möchte, kann auch entlang der Strecke dazustoßen.


Radverkehr fördern, Verkehrssicherheit erhöhen

Je mehr Radfahrer_innen auf den Straßen unterwegs sind, desto geringer ist ihr prozentualer  Anteil an den Verunglücktenzahlen. Das ist eines der Ergebnisse des „VCD Städtecheck Verkehrssicherheit 2011“, den der ökologische Verkehrsclub heute in Berlin vorstellte. Insgesamt ging die Zahl der verunglückten Radler_innen in den 43 Städten mit mehr als 100.000 Einwohner_inne_n, die der VCD genauer unter die Lupe genommen hat, im Mittel der Jahre 2005 bis 2010 um 2,54 Prozent zurück, während der Radverkehr im gleichen Zeitraum  insgesamt einen Aufwärtstrend erlebte.  Dennoch gelten Radfahrende in den meisten Städten nach wie vor als besonders gefährdete Verkehrsteilnehmer. Das Risiko, als Radler_in im Straßenverkehr zu verunglücken, ist im Schnitt 2,3-mal so hoch wie es dem Anteil des Radverkehrs am Verkehrsaufkommen (Modal Split) entspricht.

Derzeit werden rund 10 Prozent aller Wege mit dem Fahrrad zurückgelegt. Vor allem in Städten und Ballungsgebieten ist das Rad auf Strecken bis fünf Kilometer das schnellste Verkehrsmittel. Darüber hinaus schon es Umwelt, Klima und Geldbeutel – und wirkt Bewegungsarmut entgegen. Gründe genug, dieses Verkehrsmittel wesentlich stärker zu fördern als bisher. In vielen Städten gibt es bereits entsprechende Programme. Erfolgreich werden sie nur sein, wenn gleichzeitig die Verkehrssicherheit für Radfahrer_innen erhöht wird. Dafür muß die Radverkehrssituation vor Ort genau analysiert werden.

Ein wichtiges Augenmerk gilt hierbei der Infrastruktur (Fahrbahnen,  Fahrradstraßen, Radspuren, Radwege). Wer durch eine autogerechte Radwegführung große Umwege in Kauf nehmen muß oder sich auf der Fahrbahn nicht sicher fühlt, weicht gegebenenfalls auf Gehwege aus oder nutzt Radwege auf der falschen Straßenseite.

Die Pkw-Fahrenden dürfen als Hauptverurachende von Radunfällen mit mehr als zwei Beteiligten nicht aus dem Blick geraten.  Autofahrer_innen verursachen Unfälle mit Radler_innen hauptsächlich durch Abbiegefehler (etwa durch den „vergessenen“ Schulterblick), Missachten der Vorfahrt und zu hohe Geschwindigkeiten.  Doch auch aus der Windschutzscheibenperspektive so scheinbar banale Dinge wie  auf der Radspur geparkte Autos führen dazu, daß diese nicht benutzbar wird und Radfahrende gefährdet werden.

Der VCD fordert daher als Maßnahmenschwerpunkte für mehr Radverkehrssicherheit unter anderem Tempo 30 als Regelgeschwindigkeit innerorts (außer auf Hauptverkehrsstraßen) und Radverkehrsführungen auf der Fahrbahn (aufgrund der besseren Sichtbarkeit für Autofahrer_innen – nur was gesehen wird, wird wahrgenommen) bzw. dort, wo das nicht möglich ist, das Heranrücken des Radweges an die Fahrbahn an Kreuzungen und Einmündungen, um wenigstens in diesem Bereich die Radler_innen wieder sichtbar zu machen. Radnetze sollten überprüft und optimiert, wo möglich die „Grüne Welle“ für Radfahrende eingeführt werden. Falschparker auf Radverkehrsanlagen müssen besser kontrolliert werden. Gleichzeitig sollten Aufklärungskampagnen Radler_innen auf die Risiken des Falschfahrens aufmerksam machen.