Autopolitik für Reiche

Das Statistische Bundesamt hat zum Tag des Fahrades mitgeteilt:

30 % der Haushalte in großen Städten (ab 500 000 Einwohnern), aber nur 4 % der Haushalte in kleinen Gemeinden (bis 5 000 Einwohner) besaßen am Jahresanfang 2013 ausschließlich Fahrräder, also keine Autos oder Motorräder.

Wenn fast jeder dritte Haushalt in Großstädten nicht motorisiert ist, warum ist dann die Verkehrspolitik so auf Autos ausgerichtet? Könnte dann nicht (zumindest in Großstädten) ein knappes Drittel der Verkehrsfläche und der Verkehrsausgaben den Nicht-Motorisierten gewidmet werden?

Ein Blick in die detailierteren Statistiken kann Anhaltspunkte geben, warum Autopolitik vorherrscht. Tabelle 3, S.23 zeigt, dass der PKW-Besitz mit zunehmenden Einkommen steigt. Tabelle 7, S. 31 zeigt das Menschen, die in Wohneigentum leben, sehr viel mehr PKW besitzen als Menschen, die mieten. Tabelle 5, S. 27 zeigt, dass Männer und Paare mehr PKWs besitzen als Frauen und Alleinerziehende. Das heisst, der PKW-Besitz ist bei den Menschen höher, die über mehr wirtschaftliche (und politische) Macht verfügen. Und die wissen diese Macht für ihre Interessen zu nutzen. Jene, die über weniger wirtschaftliche Macht verfügen, verfügen in der Regel auch über weniger politische Macht und können ihre Interessen damit auch weniger durchsetzen.

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