Sternfahrt

Morgen ist wieder die vom ADFC organisierte Sternfahrt in Berlin. Bis zu 200.000 Radelnde werden erwartet. Aus allen Richtungen radeln die Menschen ins Zentrum Berlins. Straßen und zwei Autobahnstrecken werden vorübergehend für die Demonstration gesperrt. Das ist schon was besonderes. Und so werde ich auch morgen wieder als Ordnerin mitradeln.

Ich hätte es aber gerne politischer, radikaler. Im taz-Interview ist die ADFC-Vorsitzende so zurückhaltend und verständnisvoll für Autofahrende und Radfahrende (jeweils dann, wenn diese zu Lasten schwächerer Verkehrsteilnehemdnen agieren). Die Demonstration stellt keine radikalen Forderungen (wahrscheinlich damit viele mitfahren und die Autobahnen für die Demonstration freigegeben werden).

Im Verkehr sind wir nicht gleich. Ich muss auch kein Verständnis für Autofahrende haben, die die Straßenverkehrsordnung nicht kennen oder ignorien, wenn sie mich dadurch gefährden. Die ADFC-Vorsitzende spricht im taz-Interview davon, dass Aufklärung notwendig sei und die Rücksicht-Kampagne diese fördern könne. Das halte ich für höchst unwahrscheinlich. Das Problem im Verkehr ist die gesellschaftlich legitimierte totale Machtungleichheit. Der Vekehr ist auf Autofahrende ausgerichtet, sie geniessen alle möglichen Vorrechte, wenn sie die Rechte anderer einschränken, müssen sie nur sehr selten mit Konsequenzen rechnen. Die anderen Verkehrsteilnehmenden wissen, dass sie mit diesen Vorrechten der Autofahrenden umgehen müssen (und können dies defensiver oder offensiver tun). Gleichheit aber gibt es nicht. Diese Machtungleichheit muss thematisiert und geändert werden.

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