Orientierung am Lärm

Vor ein paar Tagen ist mir ein Mann mit zwei kleinen Kindern einfach so vors Rad gelaufen (ich war langsam genug, um nicht in sie reinzufahren). Er hat einfach nicht nach links geschaut und ist mit beiden Kindern über die Straße gegangen. Ich vermute, er hat sich an seinem Gehör orientiert, hat kein Auto gehört und deshalb die Straße für frei gehalten. Den Eindruck habe ich häufiger, wenn mir Fußgänger_innen vor das Fahrrad laufen.

Weil soviel Orientierung im Verkehr über Lärm läuft, sollen auch Elektroautos künstlich laut gemacht werden, damit sie nicht überhört werden können. Bei Unfällen von Fußgänger_innen mit Straßenbahnen wird immer mal wieder argumentiert, dass die Straßenbahnen zu leise sind (z.B. hier für Zürich).

Es kann aber doch keine Lösung sein, Fahrzeuge künstlich laut zu machen, damit sie wahrgenommen werden. Lärm ist schliesslich auch gesundheitsschädigend. Fahrräder, Kinderwagen und Fußgänger_inenn müssten auch zu Lärmquellen werden.

Es muss andere Möglichkeiten geben, dass die Aufmerksamkeit (von allen Beteiligten) auch ohne Lärm gefördert wird. Und dass eine Unachtsamkeit nicht sofort tödlich ist.

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