Seltsame Logik

taz-Kolumnist Detlef Kuhlbrodt schreibt in einem Nebensatz in einer Berlinale-Kolumne:

Ich fahre auf den Bürgersteig, weil der Dynamo im Regen nicht richtig funktioniert.

Der Logik folgen in Berlin ziemlich viele Radfahrende: wenn die Sicht schlecht ist und das Rad auch schlecht zu sehen ist, dann rauf auf den Fußweg und schnell radeln. Die Zufußgehenden können ja auf die Straße!?


ICE-Bahnhof Lichtenfels

Mein Bummelzug aus Bayreuth kommt kurz vor 20.00 Uhr am Freitagabend im ICE-Bahnhof Lichtenfels (Oberfranken) an. Ich habe eine gute halbe Stunde Aufenthalt. Auf dem Hinweg hatte ich gesehen, dass es einen Zeitungsladen gibt, da will ich mir jetzt die tageszeitung kaufen – klappt aber nicht, der Laden hat schon zu. Dann zum Bistro, um was zu trinken zu kaufen. Aber auch da ist zu. Da ich eine gute halbe Stunde Zeit habe, laufe ich in das Städtchen rein.

Aber auch da finde ich keinen Imbiss, kaum Menschen. Immerhin habe ich ein bisschen Zeit rumgebracht. Die Bahnhofshalle ist wenigstens warm und hat eine interessante Decke.

Gut, dass ich meinen Proviant schon mittags in Bayreuth gekauft hatte.


Der Hype um Elektroautos

In der taz hinterfragt Bernhard Pötter den Hype um Elektroautos und weisst daraufhin, dass die Umweltbilanz von Elektroautos nur dann positiv ist, wenn ausreichend Ökostrom für alle neuen Elektroautos zusätzlich produziert wird.

Und selbst wenn die Umweltbilanz positiv sein sollten, bleiben Elektroautos motorisierter Individualverkehr, der zu viel Fläche benutzt (sowohl fahrend wie stehend) und von dem (Unfall)Gefahr ausgeht. Autos sind nicht nur problematisch, weil sie umweltschädlich sind. Sie sind noch in vielerlei anderer Hinsicht menschenschädlich.


ADAC mobil

Und wieder parkt ein Auto mit einer Werbeaufschrift (diesmal ADACmobil) falsch. Diesmal auf dem Radweg.


Vor Ort – für mich!

Weshalb der Gehweg Gehweg heisst, ist manchnmal nicht ganz verständlich. Eher ist es ein Hindernislaufweg. Oder ein Radparkplatz. Oder ein Radweg. Und er endet in einem Autoparkplatz neben Riesenpfütze.

Alles vor Ort für mich!


BVV-Antrag

Da hatte ich mich gegenüber einer BVV-Abgeordneten über die schlechte Erreichbarkeit des Rathaus Treptow mit dem Rad aus Alt-Treptow beschwert und herausgekommen ist ein BVV-Antrag:

Die Bezirksverordnetenversammlung Treptow-Köpenick von Berlin möge beschließen:

Das Bezirksamt wird ersucht, zu prüfen, welche kurz- bzw. mittelfristigen Möglichkeiten bestehen den stadtauswärts führenden Radweg an der Straße Am Treptower Park mit dem Radweg in der Bulgarischen Allee zu verbinden bzw. Querungsmöglichkeiten an der Kreuzung Straße Am Treptower Park / Köpenicker Landstraße / Bulgarische Allee für Fußgänger und Radfahrer zu schaffen.

Da bin ich mal gespannt, ob sich auch was tut.


Abstand halten

Piktogram fordert 1,5 m Abstand beim Überholen von Radfahrenden

Ich weiss nicht, wie sie auf die Idee kommen. Aber die Idee scheint total verbreitet. Die Idee, dass Radfahrende nichts auf der Straße verloren haben. Und sich wenn ein motorisiertes Fahrzeug kommt, möglichst in Luft auflösen sollte. Oder zumindest ganz am Rand der Straße fahren sollte. Bloss nicht im Weg. Im Weg der immer Vorfahrt habenden Motorisierten.

Ständig werde ich viel zu knapp und schnell überholt. Die Vorfahrt wird mir genommen. Beim Abbiegen. Bei entgegenkommenden Verkehr. Angemacht werde ich dabei auch. Insbesondere dann, wenn ich mir mein Recht nicht einfacht nehmen lasse und Raum in Anspruch nehme.

Aber liebe Motorisierte all das wird Euch nichts helfen. In Luft auflösen kann ich mich nicht. An den Rand fahren werde ich auch nicht. Denn da wird es dann ja noch gefährlicher für mich. Ihr werdet meinen, dass da so viel Platz ist, dass Ihr noch schneller vorbeifahren könnt. Und ich werde keinerlei Platz zum Ausweichen haben. Je gefährlicher die Situation ist, je mehr ich in Gefahr gerate, abgedrängt zu werden, desto mehr Platz nehme ich mir auf der Straße. Nur so kann ich Sicherstellen, dass ich Platz zum Ausweichen habe. Nur so habe ich eine Chance, die Geschwindigkeit der Motorisierten etwas zu reduzieren. Wenn sie an mir gar nicht vorbeikommen können, dann werden die meisten dann doch langsamer oder halten gar an. Den direkt überfahren wollen sie mich dann doch nicht.

Also, je mehr Ihr mich an den Platz drängt, desto mehr Platz werde ich mir nehmen. Zu meiner eigenen Sicherheit.


Der Gehweg ist zum Parken da …

Das denkt sich zumindest auch diese_r Autofahrende und stellen sein/ihr Fahr(besser: Steh-)zeug genau dort ab, ohne sich darum zu scheren, ob Fußgänger_innen – vor allem solche mit Kinderwagen, Rollator, Rollstuhl, Blindenstock, Gepäck … – den Weg dann überhaupt noch nutzen können.


Der LKW-Fahrer und ich

Vor ein paar Tagen bin ich die Lohmühlenstrasse am Schlesischen Busch lang geradelt (auf der Straße und nicht wie die meisten Radfahrenden auf dem engen Fußweg). Hier ein Bild der Straße aus dem Sommer:

Lohmühlenstrasse am Schlesischen Busch

Ich fahre in die Richtung, in die auf dem Bild auch das Rad fährt. Die linke Seite der Straße ist komplett zugeparkt. Ich sehe wie ein LKW in die Straße auf mich zu reinfährt und das mit einer Geschwindigkeit, die der enge der Straße, dem Kopfsteinpflaster und dem Gegenverkehr (mir) in keiner Weise angemessen ist. Rechts von mir ist ein Bordstein und dahinter eine Absperrung. Ausweichen kann ich also nicht. Daher fahre ich weiter in die Mitte der Straße, um den LKW dazu zu zwingen abzubremsen und mich nicht zu gefährden. Der Fahrer gestikuliert mir, dass ich aus dem Weg soll.

Ich bleibe vor ihm stehen und auch er muss stehen bleiben. Ich gestikuliere, dass er das Fenster runter machen kann, damit ich mit ihm sprechen kann. Er weigert sich, macht eine abfällige Bewegung. So schreie ich ihn durch die Windschutzscheibe an, ob er die Straßenverkehrsordnung nicht kenne, dass er viel zu schnell auf mich zugefahren ist, etc. Er gibt mir zu verstehen, dass er meine Argumente für Blödsin hält. Irgendwann macht er doch das Fenster runter, will dass ich ihm Platz mache. Er behauptet, dass er gewußt hätte, dass wir beide anhalten würden müssen. So sah dass für mich gar nicht aus. Die Geschwindigkeit, die er hatte, wirkte auf mich als klares Zeichen, ich solle mich in Luft auflösen. Zudem kommen wir mit der Situation anhalten auch nicht weiter. Er kommt nicht an mir vorbei, ich nicht an ihm. Er kann nicht ausweichen, ich auch nicht, da links Autos und rechts die Absprerung ist. Er behauptet, dass er nicht hätte warten können, bevor er in die Straße eingefahren ist, da er dann die Kreuzung blockiert hätte (wenn ihm ein Auto entegegen gekommen wäre, hätte er natürlich gewartet). Auf den Vorwurf der überhöhten Geschwindigkeit reagiert er gar nicht. Dann behauptet er noch, dass doch genug Platz für uns beide wäre. Das kann ich gar nicht sehen, wenn er stehen bleiben würde, dann könnte ich mit Mühe vorbei schieben. Aber wenn er schnell fährt, würde ich mich auf dem Kopftsteinpflaster in erhebliche Gefahr begeben.

Der Fahrer eines geparkten Wagens mischt sich ein. Er will jetzt ausparken und wir sind im Weg. Ich sehe ein, dass ich nachgeben muss, da die Motorisierten in jeder Hinsicht (außer was die Argumente angeht) stärker sind. Nehme mein Fahrrad und hebe es über die Absperrung. Ein männlicher Teenager läuft vorbei und solidarisiert sich mit dem LKW-Fahrer, in dem er eine abfällige Bemerkung über mich macht.

Ich hasse es, wie mich die Motorisierten immer wieder gefährden, wie sie ihre Stärke ausspielen und mir meine Ohnmacht zeigen.


Gehwege sind zum Parken da

Über die Feiertage gehe ich mit meinen Eltern des häufigeren spazieren. In unserem Karlsruher Stadtteil ist das aber gar nicht so einfach. Nebeneinander gehen ist fast unmöglich, den schliesslich müssen die Autos irgendwo parken:

zugeparkter Gehweg

Und nicht nur PKW nutzen den Gehweg als Parkplatz:

lieferwagen


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